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Benutzerhinweise
Das vorliegende Obstsortenverzeichnis wurde mit Förderung durch das BMVEL innerhalb des Bundeswettbewerbes „Regionen aktiv – Land gestaltet Zukunft“ erstellt und wird ständig fortgeschrieben. Es soll zur Wiederverbreitung von Obstgehölzen im nordostdeutschen Raum beitragen, indem der Benutzer aus einer Vielzahl regional angepasster Sorten die für seine Ansprüche geeigneten heraussuchen kann.
Problemsorten wurden nur ausnahmsweise in das Verzeichnis aufgenommen, sofern sie regional verbreitet und aufgrund ihrer Fruchtqualität auch weiter anbauwürdig sind. Bewußt wurde daher auf viele Sorten des aktuellen Erwerbsobstbaus verzichtet, die für Garten und Landschaft zu hohe Krankheitsanfälligkeit und zu hohen Pflegeaufwand haben.
1. Startseite
Über die Homepage des Landschaftspflegeverbandes www.lpv-odermuendung.de gelangt man über die Menüleiste OBSTSORTENVERZEICHNIS auf die Startseite; dies ist ebenfalls durch die direkte Adresse
www.obstsortenverzeichnis.de.vu
möglich.
Von der Startseite geht es über die Obstarten APFEL, BIRNE, KIRSCHE, PFLAUME in die jeweiligen Sortenverzeichnisse.
2. Suche
Zum Finden einzelner Sorten sind drei Suchwege möglich:
- Blättern durch die ÜBERSICHT aller Sorten innerhalb der jeweiligen Obstart,
- SUCHE NACH NAMEN und
- SUCHE NACH EIGENSCHAFTEN.
In der ÜBERSICHT sind alle Sorten der jeweiligen Obstart (Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume) alphabetisch aufgelistet, durch Klick auf den Namen gelangt man zur gewünschten Sorte.
Im Menü SUCHE NACH NAMEN kann nach konkreten Sorten gesucht werden, dabei können auch alle bekannten Synonyme verwendet werden (z. B.
Boskoop für Schöner aus Boskoop oder Himbeerapfel für Roter Herbstkalvill), das Verzeichnis listet dann alle in Frage kommenden Sorten auf (z. B. sieben verschiedene Sorten, die mit dem Synonym Himbeerapfel bezeichnet sind). Mit Klick auf den Sortennamen gelangt man zum Datenblatt der gewünschten Sorte.
Die SUCHE NACH EIGENSCHAFTEN bietet fünf Kategorien an, die einzeln oder miteinander kombiniert alle Sorten mit den gewünschten Eigenschaften herausfiltern:
- VERWENDUNG (Tafel, Wirtschaft, Tafel und Wirtschaft, Most, Universal).
- BODENANSPRÜCHE (anspruchslos, gering, mittel, hoch, feuchtigkeitsertragend)
- PFLÜCKREIFE (Juli, August, September, Oktober, November)
- LAGERFÄHIGKEIT (August, September, Oktober, … , Mai, Juni, Juli des Folgejahres)
- WÜCHSIGKEIT (schwach, mittelschwach, mittel, mittelstark, stark)
(Erläuterungen zu den einzelnen Kategorien siehe 3.).
Bei der Suche nach frühen Sommeräpfeln kann man beispielsweise nach PFLÜCKREIFE Juli suchen, da sich jeweils nur wenige Sorten finden, muß keine Kombination mit anderen Merkmalen erfolgen. Bei der Suche nach später reifenden Sommeräpfeln (August) stehen schon 19 Sorten zur Auswahl, hier ist eine Einschränkung z. B. hinsichtlich der Bodenansprüche sinnvoll.
3. Beschreibung der einzelnen Sorten
Auf dem Datenblatt jeder einzelnen Sorte findet sich eine Vielzahl an Informationen; einige davon sind näher zu erläutern:
PFLÜCKREIFE und GENUSSREIFE liegen oft auseinander. Gerade bei Winter- und Daueräpfeln beginnt die Genussreife oft erst ab Dezember / Januar, vorher würde man die Sorten oft als nicht wohlschmeckend ablehnen (Abbau der Säure vollzieht sich auf Lager).
Bei ANSPRÜCHEN AN den BODEN wurde die zusätzliche Kategorie FEUCHTIGKEITSERTRAGEND eingerichtet, hierunter finden sich Sorten, die schwerpunktmäßig für Feuchtwiesen, Auen und Marschen geeignet sind. In den Kategorien ANSPRUCHSLOS und GERING stehen darüber hinaus weitere feuchtigkeitsertragende Gehölze, die jedoch breiter anbaufähig sind. Falls sich ein Bedarf für Nass- oder Trockenstandorte herausstellt, werden wir diese Eigenschaften künftig weiter aufschlüsseln.
Die WÜCHSIGKEIT ist in fünf Stufen von SCHWACH bis STARK gegliedert und bietet vor allem Aussagen darüber, wie viel Raum der Baum benötigen wird. Der endgültige Platzbedarf wird jedoch erst mit Wahl der Baumform (Hochstamm, Halbstamm, Pyramide, Buschbaum usw.) bestimmt, bespielsweise können starkwüchsige Sorten durch Wahl einer schwachwüchsigen Unterlage oder kleinen Wuchsform „gezähmt“ und zu früherem Ertragsbeginn angeregt werden, allerdings meist auf Kosten des Lebensalters. Optimal entwickeln sich die meisten Gehölze bei freiem Stand als Halb- oder Hochstamm.
Die VERWENDUNG wird durch die Fruchteigenschaften bestimmt. So sind reine MOST- und WIRTSCHAFTSSORTEN aufgrund ihres hohen Säuregehaltes oder ihres mürben Fleisches meist nicht als TAFELOBST geeignet, wohingegen man UNIVERSALSORTEN für alle Verwertungsarten (einschließlich Winterlager!) nutzen kann.
Die REGIONALITÄT nur im Hinblick auf Vorkommen in Nordostdeutschland bewertet worden; anderenfalls bleibt diese Kategorie leer.
Die Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge ist in der Literatur (siehe unten) zumeist ausführlich beschrieben, hängt aber auch stark von Standort und Witterung ab. Daher ist es umso wichtiger, die geeigneten Sorten für den jeweiligen Standort zu finden.
Die WIDERSTANDSFÄHIGKEIT GEGEN HOLZFROST sollte nicht unterschätzt werden. Sie ist gerade für das kontinental getönte Wechselklima Nordostdeutschlands eine wichtige Eigenschaft. Falls das Holz im Herbst nicht genügend ausreift (milde Witterung, zu viel Düngung, Schwächung durch hohen Ertrag) sind bei strengen Frösten erhebliche Schäden möglich (bis hin zu Frostrissen in Stamm und Ästen). Einige Sorten schließen ihr Wachstum früh ab und sind daher sehr widerstandsfähig.
4. Literatur
Unter der Rubrik LITERATUR sind in den Kategorien BESCHREIBUNG und ABBILDUNG Abkürzungen für Literaturquellen angegeben. Es handelt sich dabei ausschließlich um Sortenverzeichnisse, die aktuell im Buchhandel erhältlich sind:
Bk |
Bundessortensamt (Hrsg): Beschreibende Sortenliste Kernobst (Apfel, Birne). Landbuch Hannover, 2000 |
Bs |
Bundessortensamt (Hrsg): Beschreibende Sortenliste Steinobst (Pflaume, Süßkirsche, Sauerkirsche) Landbuch Hannover, 1997 |
F |
Fischer, M.: Farbatlas Obstsorten. Eugen Ulmer, Stuttgart, 2.Aufl., 2003 |
G |
Gaucher, N.: Pomologie des praktischen Obstbaumzüchters. 102 Chromotafeln der besten Tafelobstsorten mit Beschreibung und Kulturanweisung. A. Jung’s, Stuttgart, 1894
Nachdruck der Originalausgabe. Manuscriptum, Recklinghausen, 1997 |
H |
Hartmann, W.: Farbatlas Alte Obstsorten. Eugen Ulmer, Stuttgart, 2000 |
Ma |
Mühl,, F.: Alte und neue Apfelsorten. Obst- und Gartenbau, München, 4.Aufl., 2001 |
Mb |
Mühl,, F.: Alte und neue Birnensorten. Obst- und Gartenbau, München, 2.Aufl., 1999 |
P |
Friedrich, G., Petzold, H.: Obstsorten. 300 Obstsorten in Wort und Bild. Neumann, Radebeul, 1993 |
S |
Silbereisen, R., Götz, G., Hartmann, W.: Obstsortenatlas. Kernobst, Steinobst, Beerenobst, Schalenobst. Eugen Ulmer, Stuttgart, 2. Aufl., 1996 |
Sch |
Schaal, G.: Die wertvollsten Apfel- u. Birnensorten. Band I u. II. Eckstein & Stähle, Stuttgart, 1930-1933
Nachdruck der Originalausgabe. Manuscriptum, 2. Aufl., 1977 |
V |
Votteler, W.: Verzeichnis der Apfel- und
Birnensorten. Obst- und Gartenbau, München, 4. Aufl., 1998 |
Unter BEZUGSQUELLE werden ab Dezember 2004 Baumschulen aufgelistet, die die entsprechende Sorte anbieten. Aufgrund der Vielzahl von Anbietern erscheint ein nach PLZ geordneter Nummernschlüssel, die Kontaktadressen finden sich dann auf der Homepage des LPV unter „Baumschulenverzeichnis“.
Bis dahin werden die nächstliegenden Bezugsquellen auf eMail-Anfrage direkt an Interessenten
weitergegeben.
5. Hinweis in eigener Sache
Wie Eingangs erwähnt, wird das vorliegende Obstsortenverzeichnis ständig fortgeschrieben. Um die Qualität für den Benutzer dabei zu verbessern, sind wir für Hinweise und Zuarbeiten jeder Art dankbar. Dies betrifft insbesondere auch Fotos und Bezugsquellen von seltenen Sorten.
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